Live-Webshopping auf dem Auktionshaus Bamba.de.. wie könnte man das bezeichnen? Eigentlich ist es wie eine Teleshop-Sendung mit Auktionselementen und Pay-per-Call-Elementen (á la nervigen Gewinnspielen im TV). Kaufe ein Produkt für zB 1 Euro, das normalerweise 140 Euro wert ist. Ruf an, biete. Solange kein weiterer Kunden innerhalb von 10 Minuten anruft, gehört das Produkt Dir. Quasi eBay live im Web.
Erklärung:
Ob Sie die Produkte bei Bamba! 30, 40, 50 oder 60% unter dem UVP (Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers) ersteigern, hängt auch vom Interesse der Bamba!-Fangemeinde sowie etwas Glück ab. Im Stream (Fernsehbild) präsentieren Ihnen unsere Moderatoren die einzelnen Produkte. Genauso, wie im echten Fernsehen. Wählen Sie einfach aus, über was für eine Verbindung Ihr Computer mit dem Internet verbunden ist. Nach Klick auf “DSL” oder “MODEM” startet ca. 10 Sekunden später die Präsentation… Grundsätzlich läuft eine Auktion mindestens 10 Minuten lang – die exakte Restzeit einer Auktion wird immer im Countdown-Feld angezeigt. Wenn ein neues Gebot eingeht, beginnt der Counter wieder von 10 Minuten herunterzuzählen. Das bedeutet,dass die tatsächliche Auktionszeit nicht exakt vorher gesagt werden kann… Geht innerhalb der 10-minütigen Auktionszeit kein neues Gebot für den Artikel ein, endet die Auktion mit Ablauf der 10 Minuten. Der letzte Bieter erhält den Zuschlag zu dem Preis des „aktuellen Gebots“.
Witzig gemacht, nette Kombo aus eBay und TV Shopping per Livestreaming, ja, aber… kommen wir zum Pudels Kern: Wie steigt denn der Preis? Wie bei eBay, jedes Gebot muss höher sein. Nur mit dem Unterschied, daß man quasi immer 10 Minuten Auktionen hat, solange kein weiteres Angebot reinkommt. Wenn ein neuer Anruf reinkommt, steigt der Preis um 10 Cent. Was kostet der Spaß sonst? Eine Anrufgebühr von 49 Cent. Bei jedem Anruf. Smarte Jungs…. mir gefällt der Ansatz nicht so recht, weil es auf eine Abzocke hinausläuft, da mit jedem Anruf 49 Cent abkassiert werden, was es teurer als eBay macht. Würden die eine andere Form finden, so wäre ein klasse Konzept.
Exiting Commerce hat sich die kleine Mühe gemacht und über die Bruttoverdienste von Bamba geschrieben, was mE den Knackpunkt deutlich macht:
Das Bieten erfolgt telefonisch. Und das “Geniale” daran ist vermutlich, dass jedes 10 Cent-Gebot den Anrufer 49 Cent Telefongebühren kostet, d.h. ein iPod nano, der laut Bamba-Presseinfo für 76,60 € (statt 199,90 €), weggegangen ist, bringt Bamba! Bruttoeinnahmen von 76,60 € plus 71,70 € Telefongebühren, insgesamt: 148,30 €.[Angenommen, der iPod wäre zum Marktpreis von 199,90 € weggegangen, dann hätte Bamba! Gesamteinnahmen von 394,90 €! So gesehen, ein höchst lukratives Prinzip, das gerade mit hochbegehrten Markenprodukten gut funktionieren kann.]
Der Verdient lag also bei einem iPod Nano um die 70 Euro, nette Verdienstspanne, zu Lasten der Kunden, die leer ausgehen. Zwei Gewinner also: Der eine glückliche Kunde und Bamba selbst. Gegenüber zahlreichen Verlierern. Würde eBay so ein Modell einführen, täten denen die User die Plattform um die Ohren hauen.
An sich aber kein Wunder, wenn man sich anschaut, aus welchem Stall die Macher kommen, laut Exiting Commerce: Es handelt sich um ein Projekt der Hamburger GewinnIdee e-solution GmbH von Sven Wolter und Winrich Derlien, die unter anderem auch den GewinnIdee-Club, TippIdee, RubbelIdee und die PlayDate Spiel- und Flirtseite betreiben.
Also, wer macht es noch besser? Die Vorlage ist da, bitte auf keinen Fall den Mist mit der 49 Cent Geschichte einbauen. Bamba wünsche ich fairerweise Erfolg, doch gut finde ich es nicht. Und letzlich habe ich das Gefühl, daß sich Bamba damit nicht armverdienen wird. So oder so, ob ich nun kritisiere oder nicht.
einige Bilder:


via Exiting Commerce