So – geschafft. Nach gut zwei Stunden sind wir (also meine Frau und ich) von der “Aufnahmeprüfung” im Fitness-Studio zurück. Und ich bin sehr positiv überrascht. Sascha, der Trainer, der uns durchcheckte und uns alles zeigte, war ausgesprochen nett und schien ebenso kompetent zu sein. Und auch die Tests waren ziemlich aufschlussreich:
Um 13:00 kamen wir an, Sportzeug und Handtücher im Schlepptau. Nachdem wir uns umgezogen hatten wurde erstmal ein ellenlanger Fragebogen zum Thema Ausgangs-Fitness und körperliche Belastung (was macht man beruflich und sportlich bisher), gesundheitliche Vorbelastung in jeglicher Hinsicht sowie Stressfaktoren durchgesprochen. Bei Größe und Gewicht verließ man sich auf unsere Angaben – bei mir also 117kg verteilt auf 186cm – sonst hätte man sich aber auch noch einmal wiegen/messen lassen können. Außerdem wurden wir nach unseren Trainingszielen befragt. Bei mir – ganz klar – Gewichtsreduktion und Ausdauer. Der Trainer erläuterte allerdings, dass für eine erfolgreiche und langfristige Gewichts- bzw. Fettabnahme auch genügend Muskeln da sein müssen, weshalb man hierfür Ausdauertraining (der ultimative Fett-Verbrenner) mit einem mäßigen Krafttraining verbinden sollte. Von mir aus gern – ich hab nix dagegen, schlank UND durchtrainiert auszusehen :-) Weiterhin wurden wir gefragt, wie oft wir voraussichtlich trainieren würden (zwei mal pro Woche).
Nun erfolgte eine initiale Messung von Puls und Blutdruck. Danach ging es für einen Cardiotest aufs Fahradergometer. Dafür erhielten wir einen Messgurt für die Herzfreqenz sowie eine dazugehörige “Pulsuhr”, auf welcher man die Werte ablesen kann, wenn man will. Auf dem Ergometer wurde – beginnend bei einer Leistung von 50W – mit etwa 70 Umdrehungen pro Minute in die Pedale getreten. Die Belastung steigerte sich dabei alle zwei Minuten um 25W bis der Puls 130 erreichte. Nach einer kurzen Ruhephase erfolgte eine erneute Messung von Blutdruck und Puls. Aus den Ausgangswerten kann ein Wert namens “PWC” berechnet werden, der angibt, welche Leistung vom Körper bei einem bestimmten Puls erwartet werden kann. Bei meinen Massen Maßen liegt der Soll-Wert bei einem Puls von 130 bei 1,50. Der Ist-Wert beträgt 1,07 – also ca. 70% des Soll-Werts, was nicht so Hölle schlecht ist. Weiteres Ergebnis: Mein (Systolischer) Blutdruck ist zu hoch. Allerdings meint der Trainer liegt er noch nicht in einem Bereich, der medikamentöses Eingreifen erfoderlich machen würde. Weiterhin sei es gut möglich, dass er sich bei der nun angestrebten, regelmäßigen Belastung auch wieder normalisiert. Trotzdem würde es nichts schaden, meinem Arzt beim nächsten Besuch mal davon zu erzählen (allerdings sind derartige Besuche bei mir recht rar). Letztes Ergebnis: Mein Puls verhält sich gut, er steigt langsam und gleichmäßig an und geht nach der Belastung wieder relativ schnell auf sein Ausgangsniveau zurück.
Fazit: Konditionsmäßig bin ich keine Ruine, es darf aber durchaus dran gearbeitet werden :-)
An den Cardiotest schloss sich ein Test zur “Ermittlung von Maximalkraft und Kraftverhältnis” an. Dafür wird man in eine Maschine eingespann, welche Zug- und Druckkräfte ermitteln kann. Und zwar zum einen die der Rücken- und Bauchmuskulatur nach hinten und nach vorn, die Zug- und Druckkraft des Oberkörpers (inkl. der Arme) sowie die der schrägen Bauchmuskeln (seitlich nach links und recht drücken).
Ergebnis:
- Rumpf – Flexion und Extension
- Flexion (nach vorn beugen)
- Referenzwert: 69,8kg
- gemessener Wert: 48,5kg
- Differenz Messpunkt/Referenz: -21,3kg
- Erreichte Prozent v. Referenz: 69,3%
- Extension
- Referenzwert: 90.7kg
- gemessener Wert: 65,5kg
- Differenz Messpunkt/Referenz: -25,2kg
- Erreichte Prozent v. Referenz: 72%
- Kraftverhältnis
- empfohlene Verteilung Flexion: 100%
- empfohlene Verteilung Extension: 130%
- gemessene Verteilung Flexion: 100%
- gemessene Verteilung Extension: 135%
- Flexion (nach vorn beugen)
Fazit: Sehr gute Kraftverteilung der Rumpfmuskulatur auf verbesserungswürdig niedrigem Niveau. Der Bereich um 70% der vorhandenen Kraft sei ganz OK, meint der Trainer, da habe er schon deutlich Schlimmeres gesehen. Das Kräfteverhältnis dagegen ist Klasse.
Die Rumpf-Lateralflexion, d.h. der Seitenvergleich der Kraftverhältnisse beim Beugen nach links und rechts offenbarte schlecht verteilte Werte: Angestrebt wird eine gleichmäßige Kraftverteilung (50%/50%) auf links und rechts. Vorhanden ist allerdings ein deutliches Ungewicht von 41kg / 43% links zu 54kg / 57% rechts – also durchaus verbesserungswürdig. Ein Ungleichgewicht in der Kraftverteilung hat Fehlhaltungen der Wirbelsäule zur Folge, der Körper fällt auf einer Seite immer weiter zusammen während die andere und steigender Anspanung steht. Der Grund dafür ist heute in der Regel die mit überwiegendem Sitzen einhergehende Bürotätigkeit.
Als letztes wurden noch Druck und Zug des Oberkörpers gecheckt. Die Verteilung dabei sollte 60% zu 40% betragen. Bei mir liegt sie mit 173kg zu 118kg bei 59% zu 41% – vorbildlich :-)
Im Anschluss an den Test und dessen ausführliche Auswertung, in deren Rahmen auch Themen wie Ernährung, “Übertreiben” beim Trainieren sowie mögliche Gewichtszunahme durch Umstellung des Stoffwechsels und Aufbau schweren Muskelgewebes behandelt wurden, gab es einen Rundgang durch das Studio mit Testbesuch auf den ersten Geräten. Basierend auf den ganzen gesammelten Daten wird nun ein Trainingsplan erstellt, den wir dann abarbeiten dürfen. Außerdem legte man uns auch einige Kurse (Wirbelsäulengmnastik, Cardio-Training) ans Herz. In regelmäßigen Abständen werden dann die Fortschritte kontrolliert und der Trainingsplan entsprechend angepasst.
Am Mittwoch abend gehen wir dann das erste Mal “regulär” ins Studio und werden unsere Trainingspläne sowie eine entsprechende Einweisung erhalten. Ab dann kann es wohl nur noch bergab (mit den Pfunden – bzw. wichtiger noch: Mit den Körperumfängen) gehen :-)
PS: Unsere Waage findet den neuen Elan wohl gar nicht witzig und hat heute den Geist aufgegeben – muss mir also eine neue kaufen :-(