Das zeigte heute morgen meine Waage an: 78,2kg. So wenig hatte ich wohl seit einigen Jahren nicht mehr. Hab damit also völliges Normalgewicht und kein Grund zum Jammern, ich will aber immer noch Körperfett abbauen.
Ich will mal ein wenig beschreiben, wie ich die letzten Monate ein paar Kilo verlor ohne zu hungern und ohne Qual:
Basis bei mir war und ist immer noch mehrmals pro Woche Sport, aber so, dass auch wirklich einige Kalorien verbraucht werden. D.h. nicht nur 20-25 Minuten joggen, sondern 1 Stunde. Nicht 30 sondern 60 Minuten Schwimmen. Nicht 1 Stunde sondern 2-3 Stunden Radfahren. Seit wenigen Wochen bin ich auch im Fitness-Studio aktiv und mache dort nach dem Krafttraining noch eine gute halbe Stunde Crosstrainer, wobei ich das eigentlich auch noch länger machen sollte, aber dann geht zu viel Zeit drauf.
Parallel hatte ich meine Ernährung etwas umgestellt: keine Fertig-Produkte mehr (z.B. TK-Pizza nur noch alle paar Monate), sondern alles selber kochen, dabei viel mit Wok (Putenfleisch-Gemüse-Reis-Pfanne etc.). Kochen nur noch mit Raps-Öl, Salat mit hochwertigem Olivenöl und Balsamico. Wenn selber kochen, dann gibt es eigentlich immer gemischten Salat dazu (Tomaten, grüner Salat, etc.). Zur Brotzeit oder Frühstück am Wochenende so gut wie keine Salami, sondern z.B. gekochten Schinken. Statt wie früher nur sporadisch Frühstück nun jeden Tag Frühstück, unter der Woche 1 Banane, 1 Löffel Zucker, 4 Esslöffel Haferflocken (Kölln), fettarme Milch drüber. Unter’m Tag mehr Obst (vormittag und/oder nachmittags einen Apfel etc.).
Klingt ja soweit ideal :) Aber so ist das nun auch wieder nicht:
- Ich trinke mehrmals pro Woche mal 2-3 Bier oder etwas Wein, am Wochenende bzw. zu besonderen Anlässen auch gerne mehr.
- Mindestens 2mal pro Woche gibt’s Pasta vom Italiener oder was vom Chinesen, hin und wieder auch Pizza
- Hin und wieder gibt’s auch ein Stück Kuchen o.ä. zum Kaffee, halt nicht täglich und nicht mehrmals/Woche
- In der Nähe der Arbeit haben wir letztens eine sehr gute Imbiss-Bude entdeckt, macht prima Currywurst mit Pommes und andere leckere Sachen. Gibt’s vielleicht alle 2 Wochen mal, und zum Abschluß noch ein Eis (z.B. Magnum) hinterher ;)
- Kaffee gibt’s grundsätzlich mit Milch und Zucker
Dies ist nur ein Auszug aus meinem “Sündenregister” :), deswegen nehme ich wohl auch sooo langsam ab. Ein Kilo auf 2-3 Monate oder noch länger. Aber alles andere würde ich nicht mittel- bis langfristig durchhalten. Ich lebe schließlich und will nicht auf alles verzichten.
Was ich damit sagen will: Ich hab mich jetzt auf ein Level eingefahren, womit ich super leben kann. Esse ich eine Currywurst mit Pommes, dann mit ruhigem Gewissen, ich weiß ja ich mache später oder halt am Tag drauf wieder Sport. Deswegen nehme ich also immer noch ab.
Außerdem nimmt man wohl schneller ab bzw. baut schneller Körperfett ab, wenn der BMI noch höher ist, ist dieser aber wie bei mir z.Zt. bei 23, dann geht es immer zäher.
Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass jeder für sich seinen Weg finden muss, erst dann wird sie oder er abnehmen. Meinen Weg hab ich oben beschrieben, bei mir ist es quasi die Kombination oder Formel
«Gute Ernährung» + «einige Sünden» - «mehrere Stunden Sport/Woche»
Klassische Diäten passen in dieses Schema überhaupt nicht, trotzdem ist es aber sehr hilfreich bzw. meines Erachtens eigentlich notwendig, dass man sich mit dem Thema Ernährung wirklich auskennt und auseinandersetzt, d.h. z.B. “welche Fette sind gut für mich”, “warum Balaststoffe”, u.v.m. Macht man das nicht, wird man m.E. wohl mit dem «Ich-will-Abnehmen»-Projekt mittel- bis langfristig scheitern.
Letztendlich hatte man es noch nie so einfach wie heute, Gewicht langsam aber stetig zu verlieren dank dem tollen vielfältigen Angebot an Lebensmitteln. Dabei denke ich z.B. noch daran, wie scheußlich mir noch vor 10 Jahren Vollkorn-Spaghetti schmeckten, aber z.B. bei den heutigen Vollkorn-Spaghetti von Barilla (“Integrali” oder so) schmeckt man dagegen kaum noch, dass dies keine “normalen” Spaghetti sind. Auch gibt es mittlerweile z.B. immer mehr Fertigsaucen etc. ohne Geschmacksverstärker (z.B. Arrabiata-Saucen verschiedener Hersteller u.v.m.). Und z.B. Fertiggerichte-Hersteller wie Frosta haben sich als Grundprinzip auferlegt, nur noch Speisen ohne Geschmacksverstärker oder sonstigen Zusatzstoffen anzubieten.
Ich hoffe, dass ich nun mit diesem etwas länger gewordenen Artikel den einen oder die andere dazu motivieren kann, mit gesunder Ernährung, einigen Ernährungs-Sünden und Sport als Ausgleich das Thema langfristig anzupacken und soviel Gewicht bzw. Körperfett abzubauen, bis man damit einigermaßen zufrieden ist. Ich denke es ist letztendlich kein Hexenwerk, das wichtigste ist m.E., dass man langfristig ein System für sich findet, das Sünden nach wie vor zulässt, solange dies in Maßen und nicht in Massen ist (Schokolade, BigMac, Großpackung Chips, etc.) und man diese nicht bereuen muss, erst dann lebt man wirklich ;)