Planung ist alles!

Schon vor Monaten hatte ich sie mir ausgesucht: Die passende Kleidung. Atmungsaktiv sollte sie sein, wärmend, funktional und natürlich schick sollte sie aussehen. Außerdem ein wenig mein wahres Gewicht kaschieren. Mich nicht behindern, bei dem was ich vorhatte. Hat etwas gedauert, aber schließlich fand ich etwas, dass alles erfüllte und dazu auch noch passte. Ich war zufrieden. Dazu die passenden Schuhe. Trittsicher. Wasserfest., mit griffiger Sohle. Farblich abgestimmt auf die Kleidung natürlich. Ich war sehr zufrieden.
Die Strecke hatte ich vor Wochen schon rausgesucht. Nicht zu lang, und nicht zu kurz. Nicht zu bergig, aber auch nicht zu flach. Auch wenn wir hier im Norden sind, es gibt hier auch Berge. Na gut, jeder der im harz oder weiter südlich lebt, würde dazu Hügel sagen. Für mich ist es ein Berg. Von mir aus, ein flacher Berg. Ihr wisst, was ich meine. Ich war sehr, sehr zufrieden.
Ich hatte die Strecke bereits abgegangen, einige große Steine und Äste beiseite geschafft. Man will ja nicht stolpern. Die Geschwindigkeit war durchgerechnet, der Untergrund geprüft und für gut befunden. Die Schrittzählerapp war installiert, der Pulsmesser justiert, der iPod geladen mit Musik für 3 Stunden. Nicht dass es so lange dauern würde. Da muss man realistisch bleiben. Schließlich stimmte auch das Körpergewicht, um meine maroden Kniegelenke nicht zu überlasten. Man will ja mit 50 kein künstliches Gelenk bekommen. Ich hatte sogar einen Abschiedsbrief geschrieben und mir einen GPS-Sender unter die Haut gepflanzt. Es war alles vorbereitet. Ich war bereit. und äußerst zufrieden.
In der Nacht von Freitag auf Samstag schlief ich sehr unruhig. Würde ich es schaffen – alleine, nur auf mich selbst gestellt? Hatte ich an alles gedacht? Würde vielleicht irgendwas schief gehen?
Irgendwann wachte ich schließlich auf, stolperte ins Bad und machte mich fertig. Ich zog die Laufkleidung an, die Schuhe, rüstete mich mit dem ganzen technischen Schnickschnack aus, druckte mir vorsichtshalber die Laufstrecke aus (Laserdrucker, damit es nicht verschmiert) und deponierte den Abschiedsbrief so, dass er nicht übersehen werden konnte. Dann trat ich vor die Haustür und … Schnee? Mitten im März? Jaaaahhh!!! … äääähhh …. Nnneeeiiinnnn!! Wie konnte das passieren Unmöglich! Jetzt konnte ich ja gar nicht laufen gehen. Die ganze Vorbereitung für den Eimer. Und nun?? Was mache ich denn jetzt mit dem ganzen Zeug?

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