Archiv der Kategorie: Wissenschaft

Dick sein ist (mal wieder) nicht ungefährlich

Heute in der Ärztezeitung auf folgenden Beitrag gestoßen: Weniger Kilos, weniger Krebsrisiko. Ein ernster Artikel basierend auf mehr als 1000 Studien, die ausgewertet wurden. Einige Fachbegriffe wird man als Nichtmediziner vielleicht nachschlagen müssen. Eines ist aber klar: ein niedrigeres Gewicht ist nicht allein für ein besseres Körpergefühl sinnvoll.

„Neuer“ Body Mass Index

Ein Mathematik-Professor aus Oxford hat eine neue Formel zur Bestimmung des Body Mass Index (BMI) postuliert, die seiner Meinung nach besser darstellt, dass wir nicht in einer zweidimensionalen Welt leben. Gerade für besonders große oder besonders kleine Menschen hat diese neue Formel imposante Auswirkungen. So läge ich mit meinen 1,91 Metern Körpergröße nach der neuen Formel derzeit (Stand: heute morgen) nur noch knapp 1,8 kg im adipösen Bereich, nach der alten Formel müsste ich noch mehr als 7 kg abspecken, um von der Adipositas ins Übergewicht zu rutschen.
Bildschirmfoto 2015-08-12 um 14.36.43(Neuen BMI selbst berechnen)

Der Schöpfer dieser neuen Formel, Professor L N Trefethen, betont allerdings auch, kein Mediziner oder Epidemologe zu sein und sein neuer Rechenweg keine Verbesserung sein muss, möchte aber angesichts des weltweit zunehmenden (pun intended) Adipositas-Problems  eine sachliche Diskussion starten, wenn die Bewertung vorwiegend auf einem einzigen Zahlenwert (dem BMI) erfolgen soll.

Da mein Ziel nicht damit erreicht sein wird, endlich wieder „nur“ übergewichtig statt adipös zu sein, hat die neue Formel für mich auch nur bedingt Aussagekraft, aber einen kleinen zusätzlichen Motivationsschub hat mir diese Meldung dennoch gegeben. Wie schneidet Ihr mit dem neuen BMI ab? Besser, schlechter oder gleich?

Schokolade hilft beim abnehmen! Wohl eher nicht…

Vor einer Weile tickerte es durch die Medienlandschaft: „Schokolade hilft gegen Übergewicht“, „Schlank durch Schokolade“ oder „Warum du täglich Schokolade essen solltest“. Zitiert wird eine Studie aus den USA, vom „Institute of Diet„. Die Story ist eigentlich ganz simpel. Jeden Tag ein bisschen Bitterschokolade und die Inhaltsstoffe sorgen automatisch dafür, dass die Pfunde purzeln. Verbreitet wurde dies dann von einer ganzen Reihe von Medien. Da sind dann fast sämtliche Medien auf den vorbeirauschenden Schlagzeilenzug aufgesprungen. So unter anderem der Focus, die Bild, sämtliche Lokalblätter oder auch solche Fachzeitschriften wie die Brigitte. Es wurden Schlagzeilen geschrieben und ein Superlativ nach dem anderen wurde bemüht. Schokoladenverkäufer haben sich gar nicht mehr eingekriegt und im Supermarkt um die Ecke wurde ein Aufsteller mit Schokolade direkt neben die Zeitschriften platziert.

Aber, immer, wenn etwas zu gut klingt um Wahr zu sein, ist es dies wahrscheinlich auch nicht. Denn recherchiert oder auch nur mal irgendjemanden gefragt, der sich mit dem Thema beschäftigt oder zumindest mal die „Studie“ gelesen, hat wohl keiner der Journalisten. Alles war nämlich nur ein riesengroßer Fake: I Fooled Millions Into Thinking Chocolate Helps Weight Loss. Here’s How. (oder etwas dazu in deutsch: Ernährungsindustrie: Endlich erwiesen – Schokolade macht gutgläubig).

Also, einfach nur an das halten, was die Großmutter schon immer wusste: „Wenn du abnehmen willst: HÖR AUF ZU NASCHEN!“

in dem Sinne: Mahlzeit.

 

Forschung aktuell

An die Schwankungen meiner „Präzisionswaage“ habe ich mich ja schon gewöhnt. Sie pendelt gerne mal um ein Kilo, bevor sie sich mit sich selbst auf einen Wert einigt – bei einem Vertreter der knapp 100er-Klasse beträgt die Abweichung also bis ein Prozent. Nicht schön, aber akzeptabel (das Ding hat 20 Euronen gekostet… ;-))

Als Wanderer zwischen Westfalen und Berlin benutze ich allerdings auch eine zweite Waage. Irgendwann fiel mir auf, dass ich in Westfalen immer leichter zu sein scheine. Bin ich einem physikalischen Phänomen auf der Spur? Ist der Gravitationskoeffizient in Westfalen kleiner? Oder taugen die Waagen einfach nix?

Um das Geheimnis zu lüften, habe ich ein umfangreiches, einmaliges und ehrgeiziges Forschungsprojekt gestartet (den Antrag bei der DFG auf Einrichtung eines Sonderforschungsbereiches muß ich noch einreichen …).

Die Waage aus Berlin wurde zu diesem Zweck unter Einhaltung strengster wissenschaftlicher Standards nach Westfalen verbracht. Vor Ort wurde eine aufwendigen Messreihe durchgeführt. Das Ergebnis: Die westfälische Waage zeigt einfach zwei Kilo weniger an.

Schlußfolgerung: Wer schnell Gewicht verlieren möchte, sollte sich eine westfälischen Waage kommen lassen. Wissenschaft kann so nützlich sein ;-)

Soweit von der Stever

Detri

 

Von Masse und Gewicht

Jedes mal, wenn jemand ein Gewicht in Kilogramm angibt, dann sträuben sich irgendwo einem Physiker die Nackenhaare. Kilogramm ist die Einheit für Masse, Gewicht ist nur die Kraft, mit der diese Masse aufgrund der Gravitation zu einer anderen Masse hingezogen wird (bis auf den nächstgelegenen Planeten kann man dabei meist alle Gegenstände vernachlässigen).

Interessanterweise messen die meisten handelsüblichen Waagen eigentlich auch die Gewichtskraft — entweder über die Dehnung einer Feder oder die elektrische Widerstandsänderung eines Kristalls unter Druck (Druck wiederum ist die Kraft auf eine Fläche, die Fläche ist dem Konstrukteur bekannt und kann rausgerechnet werden) oder etwas, das irgendwie eine Kombination daraus ist. Nur die Balkenwaage vergleicht direkt zwei Massen miteinander, käme also auf jedem Planeten zum selben Wiegeergebnis.

Aber auch wenn man auf unserem Planeten bleibt, dann ist die Erdanziehungskraft nicht überall gleich. Randall Munroe hat das vor kurzem in seinem xkcd-Comic thematisiert:

Ein halbes Prozent ist gar nicht so wenig. Hier bei uns in der mehr-als-100kg-Klasse kann das schon mal 500g ausmachen. So krass wie bei Jans Hotelwaage solte der Unterschied aber nicht ausfallen…

So, Schluss mit der Philosophie, weiter mit Sport.

Was soll ich den nun glauben – Wieviele Kalorien am Tag darf man

Nachdem ich nicht ganz so erfolgreich wie die anderen bin, habe ich mir ein paar Gedanken zum Thema Kalorien gemacht. und werde nun mal ein wenig im Auge behalten, was ich den so esse. Dafür verwende ich von heute an twitter, da ich damit von überall posten kann. Aktuell scheint @having ( http://multanifx.foodfeed.us ) noch zu funktionieren, werde aber außerdem noch tweetwhatyoueat.com / @twye (http://tweetwhatyoueat.com/diary/MultaniFX) testen, da hier gleich ein Kalorienzähler mit bei ist ;-).

So nun aber zu dem was man so essen darf.
Wenn ich mir die Seite http://www.kalorien.de/ anschaue, gibt es hier verschiedene Zahlen:

So habe ich ein Grundumsatz von ca 2614, dazu ein Verbrauch für 10 Stunden Rechnerarbeit von ca 1437 macht also ca 4050 Kalorien. Mein Tagesbedarf liegt aber
laut gleicher Seite (je nach Einstufung der Aktivität) bei 3000 – 3500 Kalorien, also eher etwas weniger, als mein „Verbrauch“.

Andere Rechner, sagen das ich nur gut 2100 Kalorien im Grundverbrauch habe und insgesamt eher bei kleiner 3000 bis zu gerade mal 2500 Kalorien verbrauch habe.

Ich werde das über die nächsten Wochen mal beobachten, und dabei auch immer mal besonders spannende Lebensmittel vorstellen. (Wem ist den schon bewußt, das eine! Frisch-Ei-Waffel 100 kalorien hat, ein kleines Paket mit 12 Stück, also schon mal ebend 1200 Kalorien?)

Naja ich werde mal beobachten, wieviel Kalorien ich nun eigentlich zu mir nehme, um daraus dann mal zu sehen, was ich verbrauche.

Bloß kein‘ Stress!

OK, die aktuelle Grafik sieht doch wieder ganz OK aus. Nachdem ich letzte Woche nach der Erkältung langsam wieder in  mein Kraft-/Ausdauertraining einstieg, beim ersten Termin den zusätzlichen Ausdauerteil aber weglies, beim zweiten Termin blutzuckerspiegelbedingt nur die halbe Zeit durchstand, entwickelt sich mein Gewicht doch wieder in die richtige Richtung: abwärts! Und das trotz einer Curry-Gyros-Pommes-Orgie am Samstag Mittag und ner Flasche Wein am Freitag.

Vielleicht ist ja was dran an den Theorien von Dr. Gunter Frank, die er in seinem Buch Lizenz zum Essen, das ich kürzlich zu lesen begann, darlegt: wir sind alle viel zu verschieden, als dass ein gemeinsamer Nenner wie ein Body-Mass-Index eine wirkliche Aussagekraft haben könnte. Und  das, was uns  bezüglich Gewichtsregulation und gesunder Ernährung tagtäglich in den Medien von Journalisten, Experten und Medizinern erzählt wird, hat wenig mit Erfahrungen aus der medizinischen Praxis, aber auch wenig  wissenschaftlichen Erkenntnissen der aktuellen medizinischen Forschung zu tun (sondern in erster Linie wohl damit, Geld verdienen zu wollen…). Über Diäten und den damit verbundenen Jojo-Effekt brauchen wir ja wohl kaum zu reden, oder?

Gewichtszunahme im Advent veranschaulicht

Bin gerade über das Physikblog gestolpert. Und auch wenn wir hier mit Masse und Gewicht zu tun haben, kümmert uns bei 321 die Physik dahinter recht wenig. Denn eine geringere Erdanziehungskraft wäre ja nur ein herumdoktern an den Symptomen. Spätestens seit Arthur C. Clarks 2001 wissen doch selbst sehr erdverbundene Gesellen, dass es auf die Masse ankommt. An den Ursachen statt an den Symptomen zu arbeiten, das ist Biologie und Psychologie.

Trotzdem haben die Kollegen vom Physikblog sehr schön die Gewichtszunahme im Advent veranschaulicht.

Und da sind wir dann auch wieder beim Thema :)

Supermäuse

Forscher haben bei genveränderten Mäusen erstaunliche Resultate festgestellt:
Diese liefen auf einem Laufband bis zu 6 km (5 Stunden am Stück bei 20m/Minute), bei normalen Labormäusen ist hingegen schon nach 200 Metern Schluss. Außerdem konnten die Mäuse den Sauerstoffanteil aus der Luft um 40% besser nutzen und hatten auch vergleichsweise wenig Milchsäure im Blut.

Die Mäuse nahmen zudem bis zu 60% mehr Nahrung auf, wogen aber nur die Hälfte und hatten nur 10% Körperfett angesetzt. Die Lebenserwartung hat sich trotz des hohen Nahrungsumsatzes erhöht, obwohl man bisher davon ausging, dass dies nur bei kalorienarmer Kost möglich ist.

The Independent schreibt hierzu aber bezüglich Übertragbarkeit auf den Menschen:

Professor Hanson said: „We humans have exactly the same gene. But this is not something that you’d do to a human. It’s completely wrong. We do not think that this mouse model is an appropriate model for human gene therapy. It is currently not possible to introduce genes into the skeletal muscles of humans and it would not be ethical to even try.“

However, it may be possible for pharmaceutical companies to use the findings to develop new drugs that enhance muscle performance, which may benefit certain patients. Professor Hanson accepted that it was possible athletes might misuse any future drug developed in this way.

(via SZ vom 10./11.11.2007)